Der Fokus liegt auf den Büchern – Interview mit Bloggerin Marie-Claire

Marie-Claire Wimmer

© Foto: Marie-Claire Wimmer

Liebe Marie, stell dich und deine Seite doch bitte kurz vor.

Ich bin Marie-Claire, 25 Jahre jung und Studentin. Mein allerliebstes Hobby sind Bücher und natürlich mein Bücherblog, auf dem ich Bücher vorstelle und rezensiere. Meistens trifft man mich auf meinem Lesesessel in meiner gut gefüllten Bibliothek an.

Wie bist du Bloggerin geworden?

Angefangen hat alles nach meinem Abi, als ich endlich meiner Lesesucht uneingeschränkt frönen durfte. Auf der Suche nach neuer Lektüre bin ich auf Bücherblogs aufmerksam geworden und habe mir gedacht: Hey, das ist genau das, was du auch gerne machst: Lesen und deine Meinung darüber kundtun. Also, gesagt, getan. Und hier bin ich immer noch und lasse mich so schnell nicht mehr aus der Büchercommunity entfernen :), denn es macht einfach jede Menge Spaß und man kann sich mit vielen anderen begeisterten Bloggern und Lesern über Bücher austauschen, was ich in meinem Umfeld leider nicht kann; da fehlen die Bücherjunkies.

Was ist dir bei deinem Blog besonders wichtig?

Ganz besonders wichtig sind mir ehrliche und aussagekräftige Rezensionen. Ich bin stets bemüht, Kritik konstruktiv herüberzubringen und meine Meinung so zu verpacken, dass jeder das Buch danach noch lesen kann, sprich Spoiler-frei. Es gibt nichts Schlimmeres, als aus einer Rezension das Ende eines Buches zu erfahren.

Auf meinem Blog gilt optisch: Weniger ist mehr. Mein Fokus liegt auf den Büchern und soll daher nie überladen wirken.

Welches Genre liest du am liebsten?

Mein Lieblingsgenre ist definitiv Fantasy und alles, was damit einhergeht. Ob Mystery, Paranormal, Urban Fantasy, High Fantasy,… alles wird verschlungen. Aber auch Steampunk gehört zu meinen Lieblingsgenres, welches leider viel zu wenig auf dem deutschen Buchmarkt verlegt wird. Ansonsten lese ich alles, was mich anspricht.

Bekommst du auch Rezensionsanfragen von Autoren/Verlagen?

Ja, mal mehr, mal weniger. Ich freue mich jedes Mal, wenn mich ein lieber Autor oder ein kleiner neuer Verlag anschreiben, weil sie auf meinen Blog aufmerksam geworden sind. Im Jahr sind das bestimmt um die 70 Stück und mehr, die ich leider nicht immer annehmen kann. Ich weise dann daraufhin, dass es auch mal länger dauern kann.

Dadurch habe ich allerdings schon viele Schmankerl entdeckt, die ich nicht mehr missen möchte. Bei Büchern, die mich besonders ansprechen, frage ich oftmals auch den Autor direkt an.

Wie entscheidest du, welche du annimmst?

Wichtig für mich sind Cover und Klappentext. Springt mir das Cover direkt ins Auge und ich kann sehen, dass sich der Autor bzw. Verlag damit Mühe gegeben hat, dann ist das schon einmal ein großer Pluspunkt. Es gibt nichts über ein tolles Cover, denn dies spiegelt den ersten Eindruck wieder und trägt dazu bei, ob man sich intensiver mit dem Buch beschäftigen möchte oder nicht. Dann kommt der Klappentext. Ist dieser ansprechend geschrieben und weckt die Neugier?

Oftmals ist es aber auch einfach ein Gefühl, welches darüber entscheidet, ob ich ein Buch annehme oder nicht.

Immer öfter liest man von unmoralischen Angeboten, in denen der Autor Geld für eine 5-Sterne Rezension bezahlt. Hast du schon mal ein solches Angebot bekommen?

Nein, Gott sei Dank nicht. Wer von mir eine Rezension möchte, der bekommt eine ehrliche und mit konstruktiver Kritik versehene Besprechung. Bisher hat sich darüber noch nie jemand beschwert, sondern waren immer dankbar, wenn sie sich noch verbessern konnten.

Liest du auch Bücher von Indieautoren/Indieverlagen?

Auf jeden Fall und total gerne. Teilweise finden sich dort wahre Schätze, die es zu entdecken gilt. Ich liebe es, in diesem Bereich zu stöbern und auf neue Autoren und Verlage zu stoßen, die auch mal fernab des Mainstreams ihre Geschichten ansiedeln. Es gibt so viele davon, die es zu unterstützen lohnt.

Wie wichtig sind deiner Meinung nach Blogger für Autoren?

Sehr wichtig. Denn Blogger haben doch einen großen Einfluss in dem Bereich. Sie tragen das Buch in die Welt und verbreiten ihre Meinungen im Netz und privat. Bespricht ein Blog ein bestimmtes Buch, wird das eher gelesen, als wenn die Rezension lediglich auf einer Plattform erscheint und dort untergeht.

Was macht ein gutes Buch aus?

Optisch: das Cover und ein gut konzipierter Klappentext.

Inhaltlich: eine atmosphärische Geschichte, die die nötige Tiefe besitzt, um Leser zu fesseln und in diese Welt eintauchen zu lassen. Ich sage den Autoren immer wieder, dass alles Potential nichts nützt, wenn die Handlung nur oberflächlich angekratzt ist. Der Leser will die Geschichte mit allen Sinnen erleben und Kopfkino erhalten. Wird man ein Teil des Buches, dann hat der Autor viel richtig gemacht.

Letztendlich spielen viele Facetten mit hinein, doch eine tiefgründige Geschichte ist das A und O für Spannung und Atmosphäre.

Wie wichtig ist Präsenz für den Autor?

Präsenz ist elementar, um als Autor Fuß zu fassen. Es gibt so viele Autoren, da muss man schon präsent sein. Wichtig sind eine Autorenseite und eine Facebook-Seite, wo sich der Leser mit dem Autor austauschen und mehr über seine Bücher erfahren kann. Allerdings sollte man es nicht übertreiben, denn bei zu vielen Posts oder ständiger Werbung für ein Buch, ist man auch schon mal genervt und möchte dann erst einmal gar nichts mehr von dem Autor lesen. Nähe zum Leser ist wichtig, aber nicht um jeden Preis. Das richtige Maß ist entscheidend.

Hast du einen Tipp für unsere Autoren?

Viele Tipps habe ich ja schon erwähnt, doch wichtig ist es auch, Testleser zu haben, zum Beispiel Blogger. Die kennen den Markt und kennen die Thematik, dort kann man sich Anregungen holen, was am eigenen Manuskript verbessert werden kann. Auch Lektorat und Korrektorat sind wichtig, denn es ist nicht schön, in einem Buch ständig über Rechtschreibfehler zu stolpern, das kann den Lesefluss und den Lesespaß stören.

Merkt man, dass der Autor viel Liebe in sein Werk gesteckt hat (Cover!!!), dann überträgt sich das auf den Leser und der erste Grundstein ist gelegt.

Hast du einen Tipp für angehende Blogger?

Lest Bücher um der Bücher wegen und rezensiert diese der Bücher wegen. Es ist nicht immer wichtig, die meisten Follower, den schönsten Blog oder was auch immer zu haben. Es geht einzig und allein um die Liebe zu Büchern. Schreibt ehrliche Rezensionen und vor allem: klaut diese nicht bei anderen, die viel Zeit und Mühe darin investiert haben!!!

Findet euren eigenen Stil und lasst euch nicht in eine Nische drängen. Es ist euer Blog und kein Wettbewerb.

Vielen Dank für das Interview!

 

Wenn ihr Marie-Claire besuchen wollt:

Blog: http://buecherwuermchenswelt.blogspot.de/

Facebook: https://www.facebook.com/Bucherwurmchenswelt

Caro

Über Caro

Zu Leben ist die wichtigste Quelle der Inspiration.

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