Autor sucht Verlag 4 – Auf den Spuren der magischen Fladrea

Dominik Schmeller

Bild: Dominik Schmeller

„Das Artefakt der Fladrea“ (Dominik Schmeller)

Taucht ein, in die liebevoll detailreiche High-Fantasy Welt.

Welches Projekt möchtest du uns präsentieren?

Mein Manuskript mit dem Arbeitstitel „Das Artefakt der Fladrea“.

Die junge Larima, als Säugling in einem Wald gefunden, hat keine Lust als braves Ehefräulein für einen selbstverliebten Ritter zu enden und reißt aus, um ihre wahre Herkunft zu ergründen. Doch je mehr sie über ihre Herkunft herausfindet, desto klarer wird ihr: Auch andere sind hinter ihrem Erbe her.

Der Leser erlebt eine abenteuerliche Reise durch einen wilden Kontinent, in dessen Wäldern und Gebirgen rätselhafte Einsiedler und gefährliche Trolle hausen.

Zu welchem Genre gehört es?

Die Geschichte gehört in die High Fantasy, nach Änderung einiger Kleinigkeiten würde es auch gut in die Sparte Jugendbuch passen.

Welche Zielgruppe sprichst du damit an?

Frauen und Männer ab 16 Jahren.

Leser von:

  • Robert Corvus, Schattenherren (Trilogie), Piper
  • Trudi Canavan, Das Zeitalter der Fünf (Trilogie), Blanvalet

Welchen Umfang hat dein Werk?

ca. 680.000 Anschläge, ca. 110.000 Wörter, 461 Normseiten

Mit welcher auf dem Buchmarkt befindlichen Geschichte lässt es sich vergleichen?

Ich habe bisher kein Buch gefunden, das wirklich zu dieser Geschichte passt. In Ansätzen ist es vielleicht mit Trudi Canavans Trilogie „Das Zeitalter der Fünf“ vergleichbar. Zumindest, was das Hineinwachsen in die magische Welt betrifft.

Was zeichnet deine Geschichte besonders aus? Was unterscheidet sie von anderen?

Ich glaube, am meisten sticht in meiner Geschichte das Setting heraus.

Der Kontinent Hallinga ist eine raue Welt, die von dichten Wäldern bewachsen ist, in denen man so manchem tierischen und menschlichen Unhold begegnen kann. Die Menschen dort leben in einer wikingerähnlichen Kultur. Vor vielen Jahrhunderten landete ein geheimnisvolles Volk an ihrer Küste, die Fladrea. Niemand weiß, woher diese magisch begabten Wesen kamen oder warum sie nach Hallinga gekommen waren.

Einige stellten meisterhafte Kunstwerke her und halfen den Einwohnern, Andere errichteten Königreiche und unterdrückten die Menschen. Vor knapp hundert Jahren jedoch verließen die Fladrea Hallinga überstürzt.

In meiner Geschichte folgen wir nun einer jungen Frau, Larima, die Stück für Stück herausfindet, dass sie von diesen Fladrea abstammt.

Warum wurde sie als Säugling von diesem Volk alleine in den Wäldern zurückgelassen?

Stecken auch in ihr die Fähigkeiten dieser Wesen?

Welcher Charakter liegt dir besonders am Herzen und warum?

Das ist sicherlich Larima. Sie kämpft so hart für ihr Ziel, herauszufinden, wer sie wirklich ist, und gibt nicht auf, egal, welche Hindernisse sich in ihren Weg stellen. Besonders imponiert mir ihre große Menschenkenntnis und ihr Mut, nötige Risiken auch einzugehen.

Um ehrlich zu sein, wäre ich manchmal auch gerne ein bisschen mutiger.

Wo findet man dich im Internet?

Ich habe eine Homepage: http://www.dominikschmeller.de

Außerdem gibt es Berichte von meinem Schreibtisch und alles um mein Leben als Schreiberling auf Facebook: http://www.facebook.de/dominikschmeller

Kurze Tweets auf Twitter: http://www.twitter.com/dschmeller

Wer sich für Buchrezensionen aus Sicht eines Schriftstellers interessiert, findet einige Videos (inzwischen sind es über 50 :D) von mir auf meinem YouTube-Kanal: http://www.youtube.com/user/dominikschmeller

Stelle dich selbst doch bitte kurz vor! Was machst du im „wahren“ Leben?

Mein Name ist Dominik Schmeller. Ich bin 31 Jahre alt, schreibe schon seit vielen Jahren kleine Fantasy-Geschichten und arbeite an Romanen, die aber leider bislang noch kein großes Publikum erreicht haben; vor allem deshalb, weil die Suche nach einem Verlag noch nicht zum Erfolg geführt hat.

In meinem wahren Leben bin ich Schriftsteller. Denn dafür kontrahiert sich mein Myokard. Zum Geldverdienen jedoch unterrichte ich als Doktor der Biologie an der LMU in München.

(Um der Wahrheit die Ehre zu geben, macht auch das mir höllischen Spaß.)

Was erhoffst du dir für die Zukunft?

Viele Romane schreiben, die Menschen zum Träumen bringen und gleichzeitig nächtelang vor Spannung nicht mehr schlafen lassen.

Welche 5 Bücher würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ihr meint wohl eher: „Welche 5 Bücherregale“ …

Also wenn ich mich wirklich entscheiden müsste:

DinoPark – Michael Crichton

Schon als Teenie eines meiner Lieblingsbücher. So schaurig spannend und dennoch lehrreich.

The Stand – Stephen King

Gespenstisches Epos, daran liest man etwas länger und jede Seite ist eine neue Welt.

Das dickste Buch zur europäischen Geschichte, das ich auftreiben kann. Einfach eines meiner Lieblingsthemen. Und eine Fundgrube für Ideen.

Der König der purpurnen Stadt – Rebecca Gablé

Ich liebe ihren Schreibstil. Außerdem: siehe ein Buch weiter oben 🙂

Eine Billion Dollar – Andreas Eschbach

Ein tiefgründiges Buch, das einen aber auch träumen lässt: Was würde ich mit so viel Geld machen?

Was ist dein Lieblings-Wesen in der Literatur?

Aus irgendeinem Grund fällt mir hier Hermine aus der Harry Potter Reihe ein. Ich war selbst in der Schule ab und an als Besserwisser verschrien. Mensch, hätten die Blödiane geglubscht, wenn ich sie in Kürbisse hätte verwandeln können.

Liebe Verlage, wenn das Interesse an diesem Projekt geweckt ist, schreibt uns einfach. Wir leiten die Nachricht an den Autor weiter: kontakt@tintenfeder-autorenportal.de

Leseprobe:

Die Sonne stand am wolkenlosen Himmel. Larima ließ ihre Füße ins Wasser hängen und spürte die Wellen sacht an ihre Knöchel schlagen. Der See war noch warm, auch wenn die Farben der Bäume, die das Ufer dicht an dicht umstanden, verrieten, dass der Spätsommer gekommen war. Es war der letzte schöne Tag des Jahres. Die Brise, die das Wasser kräuselte, trug schon die erste Frische der kühlen Zeit mit sich. Deshalb tummelte sich im Schilf auch keines der Dorfkinder, die den See jeden Sommer zu ihrem liebsten Spielplatz erkoren. Das Ufer war menschenleer. Die Bauern in Groveflyk waren mit der Ernte beschäftigt. Und da war jede Hand nötig.

Larima kam gerne an den See. Nicht nur in der Hitze des Sommers, um sich abzukühlen, sondern auch im Winter, wenn die Dörfler auf der dicken Eisschicht auf Schweineknochen ihre Kreise drehten.

Der See bildete eine längliche Unterbrechung in den ewigen Wäldern von Groveflyk. Eine angenehme Pause im Grün der Blätter und Nadeln. Hier konnte man zur Sonne aufschauen, ohne dass einem ein Ast die Sicht versperrte. Der Holzmeister auf der Burg sagte immer, in Groveflyk stünden mehr Bäume als Beine. Und keiner zweifelte daran.

Larima beugte sich vor. Das Gesicht einer jungen Frau blickte ihr aus dem Wasser entgegen. Es war länglich und wurde von einem bronzefarbenen Haarkranz eingefasst, der in der Sonne leuchtete wie flüssiges Sternenlicht. Breite Lippen schmiegten sich unter eine Stupsnase. Die Augen funkelten. Sie waren rund und groß, mit blitzenden grünen Pupillen, von denen Larimas Ziehmutter behauptete, sie glichen Smaragden. Die Haronsa von Groveflyk wurde es nicht leid, ihrer Ziehtochter zu sagen, wie hübsch sie war. Sie selbst fand das nicht wichtig.

Larima trug ihre Schwimmbekleidung: ein einfaches Leinentuch, zwei Ellen breit, das von der Hüfte bis unter ihre Schultern gewickelt war. Mutter bestand darauf, dass sie nicht nackt badete wie eine unbedarfte Magd.

Ein Falke schrie und die junge Frau blickte in den Himmel hinauf. Der Vogel zog elegante Kreise über dem See, stieg dabei immer höher und glitt dann lautlos nach Nordwesten davon.

In dieser Richtung, auf der anderen Seite des Sees, erstreckten sich die Hügel des Waidwaldes mit ihren dunklen Fichten und Tannen. Am rechten Rand des Waldes erhob sich eine mächtige Klippe, von deren ebenfalls bewaldetem Plateau ein schmaler Wasserfall dreißig Schritt herabperlte. An diesen braunen, zerfurchten Felsen endete die Haronschaft Groveflyk, Larimas Heimat. Wie sehr sie sich danach sehnte, zu sehen, was jenseits dieses Steinwalls lag.

Ein paar Geschichten hatte sie von fahrenden Spielmännern aufgeschnappt, die erzählten, dass es nicht überall so waldig sei wie in Groveflyk. Weit im Norden hinter den Wäldern gäbe es weite Wiesen, die sich von einem Horizont zum nächsten erstreckten. Larima hätte diese Wiesen gerne einmal gesehen, über die angeblich riesige Tiere wandern sollten. Wie die Hirsche in den Wäldern von Groveflyk trugen sie Geweihe, doch waren ihre massigen Leiber um das Dreifache so groß. Ein Spielmann mit einer zackigen Narbe auf der Wange hatte vor einigen Jahren behauptet, es solle zehn Männer brauchen, um solch ein erbeutetes Tier auf einen Karren zu bekommen.

Larima seufzte. Sie wandte ihren Blick von dem kleinen Fleck am Himmel ab, den der Falke inzwischen darstellte, und ließ ihre Augen über das Wasser des Sees gleiten. Einige Enten paddelten nervös quakend im hinteren Teil auf das Schilf zu. Vielleicht hatte der Schrei des Falken sie aufgeschreckt und jetzt suchten sie ein Versteck.

Die junge Frau genoss die friedliche Stimmung, doch die Ruhe währte nicht lange. Aus den Augenwinkeln bemerkte sie, wie ein Schatten durch das Wasser huschte. Er schwamm unter der Oberfläche auf sie zu. Larima wollte ihre Füße schnell hochziehen, doch es war zu spät. Plötzlich stieß der Schatten nach oben und ein Gesicht kam prustend zum Vorschein.

Larima wurde nassgespritzt. Sie zuckte zusammen und schrie erschrocken auf.

»Semargan von Groveflyk!«, schimpfte sie. Sie hasste es, wenn sie kreischte wie ein Mädchen. »Du weißt, dass ich solche Spielchen nicht leiden kann!«

Semargan wusste genau, dass nicht mit ihr zu spaßen war, wenn sie ihn bei seinem vollen Namen nannte. Sie waren Freunde, seit sie denken konnte, und wenn sie nicht wütend auf ihn war, nannte Larima ihn Semi.

Der junge Mann war rund eine Hand größer als sie. Seine kurzen Haare von der Farbe einer dunklen Haselnuss klebten nass an seinem Kopf und seine braunen Augen blickten stürmisch in die Welt. Von seinem schlanken und muskulösen Körper war in dem moorigen Wasser nicht viel zu sehen.

»Wo hast du gesteckt?«, fuhr Larima ihn an.

»Ich war dahinten im Schilf. Ich habe einen Platz voller Jordkrötenlaich entdeckt. So herrlich schleimig.« Semi grinste frech. Offensichtlich war er stolz darauf, dass er Larima hatte erschrecken können. Er ließ sich im Wasser treiben, das an dieser Stelle nur hüfthoch war.

»Warum müsst ihr Kerle eigentlich immer so eklig sein?« Larima schüttelte sich und ihre bronzenen Haare flogen. Wie konnte es jemand schön finden, sich in diesen schleimigen Krötenlaich zu legen?

»Wir sind eben aus anderem Holz geschnitzt. Wir kämpfen und reiten viel lieber, als in der Kammer zu hocken und Bücher zu studieren.«

»Das würde dir aber nicht schaden. Dann müsste Væter Hanrek weniger schimpfen und wir kämen mit dem Unterricht schneller voran.«

Semi richtete sich auf, wobei er bis zum Bauchnabel aus dem dunkelgrünen Wasser stieg, und zuckte mit den Schultern. »Was muss ich wissen, wie man einen Acker bestellt? Ich werde meinem Vater als Haron von Groveflyk auf den Thron folgen.« Er stützte seine Arme in die Hüften. Im Gegensatz zu seinen kräftigen Oberarmen wirkte sein Gesicht durch die dicken Backen rundlich.

»Na sicher, wenn du über die Haronschaft herrscht, dann musst du natürlich nichts über die Welt wissen«, sagte Larima und verdrehte die Augen.

Semi hatte Larimas Grimasse offenbar nicht bemerkt. Er nickte eifrig und setzte ein »na siehst du«-Gesicht auf.

»Und was werde ich, deine Ziehschwester, einmal machen, oh weiser Seher Semargan?«, fragte Larima spöttisch. »Lass mich raten. Ich suche mir einen Ritter, lasse mich von ihm auf sein Landgut mitten im Wald bringen und setze Dutzende Sprösslinge in die Welt. Dazu brauch ich nichts weiter zu tun, als trübsinnig auf die Eichenstämme vor meinem Fenster zu starren und den Kerl ab und an in mein Bett zu lassen.«

»Du hast recht! Du musst selbst eine Seherin sein.« Semi grinste. »Mutter meint sowieso, du wärst im richtigen Alter zum Heiraten.«

Larima spritzte einen Schwall Wasser in seine Richtung. Der junge Mann duckte sich und lachte.

Mit einer Sache hatte Semi jedoch leider recht. Larima war neunzehn Jahre alt. Ein Jahr älter als Semi. Und wenn es nach ihrer Mutter, der Haronsa von Groveflyk, ginge, war eine Heirat schon überfällig.

»Du willst doch wohl keine alte Jungfer bleiben?«, ahmte Semi ihre Mutter nach. Er lachte lauthals, dann prustete er und schluckte Wasser, als Larima ihm einen weiteren Schwall entgegenspritzte.

»Lach du nur. Warte nur, bis Mutter dich vor den Altar drängt.« Larima sah an sich herab und merkte, dass sie von dem ganzen Gespritze inzwischen selbst nass geworden war. Also ließ sie sich vom Ufer ins Wasser gleiten und schwamm mit kräftigen Zügen.

»Mich muss niemand drängen«, sagte Semi. »Ich kümmere mich schon selbst um meine Liebesangelegenheiten.« Stolz warf er sich in die Brust, ließ sich dann wieder ins Wasser sinken und folgte Larima. »Heute Abend werde ich das Kjœrleg vollenden. Und noch vor dem nächsten Sommer wird Jonna meine Frau sein.«

Larima blickte zurück zu Semi und hob die Augenbrauen. Sie hatte die letzten Monate beobachtet, wie Semi um dieses Mädchen geworben hatte. Er hatte sich genau an diese uralten, verstaubten Regeln des Liebeswerbens gehalten, die Kjœrleg genannte wurden.

Was sie aber nicht verstand, war, warum er sich gerade in Jonna, die Tochter des Vogts, verliebt hatte. Larima fand sie furchtbar eingebildet. Sie trug immer nur Kleider aus den teuersten Stoffen und brachte ihren Vater damit an den Rand des Ruins. So voll ihre Kleiderschränke auch waren, in ihrem Kopf war nicht viel zu finden.

Larima wusste, wie viel diese Jonna Semi bedeutete. Und ihre Freundschaft mit ihm war Larima hundert Mal wichtiger, als dieser Ziege die Meinung zu sagen. Also bemühte sie sich, es nie zu einem Streit zwischen ihnen kommen zu lassen.

Was sollte sie jedoch machen, wenn diese Jonna auf Semis Werben einging und die beiden tatsächlich vor den Göttern ihr Lebensband bezeugten? Du wirst dich mit dem modebewussten Mondkalb arrangieren müssen, schoss es ihr durch den Kopf.

Doch Larimas Gedanken wurden von ihrem Ziehbruder unterbrochen: »Was ist denn mit deinem Verehrer? Wird er heute Abend auch zum Fest kommen?« Damit lenkte Semi das Gespräch in eine Richtung, die ihr gar nicht gefiel.

Larima ließ sich auf dem Wasser treiben und sah Semi finster entgegen, der mit großen Zügen zu ihr schwamm. Sein Blick war unschuldig, doch er wusste ganz genau, wie sehr sie die Erwähnung dieses Kerls aufregte. Er wollte sie nur ärgern, damit sie nicht über Jonna schimpfte.

Natürlich war Haronsa Rulid von der Nachricht begeistert gewesen, dass sich einer der Edlen für die Hand ihrer Ziehtochter interessierte. Larima teilte ihre Euphorie nicht. Sie kannte den Mann nicht einmal.

»Lass uns zurückschwimmen!«, sagte sie nur knapp und holte kräftig mit den Armen aus.

»Wer zuerst am Ufer ist!«, rief Semi, als er spritzend an ihr vorbeischwamm.

Larima blickte ihm hinterher, strengte sich aber nicht an, schneller zu schwimmen. Sie hatten das Ufer mehrere Dutzend Schritt hinter sich gelassen, jetzt glitt es langsam wieder auf sie zu. Semi hatte die Hälfte der Strecke schon hinter sich gebracht.

Er wartete triumphierend im flachen Wasser, als Larima mit langsamen Schwimmzügen eintraf. »Du hast dich gar nicht angestrengt«, beschwerte er sich. Er musterte sie, als sie sich neben ihm treiben ließ und in den Himmel blickte. »Du hast wieder diesen Traum gehabt, stimmt‘s? Warum sonst solltest du hier herumgrübeln.«

Larima nickte, ließ die kleinen Wolken am Himmel aber nicht aus den Augen. Sie beide waren zusammen aufgewachsen. Wenn Semi auch manchmal etwas schwer von Begriff war, vor ihm konnte sie nichts verheimlichen.

»Dieses Mal habe ich das Gesicht des Mannes gesehen!«

»Der Mann, der dich durch den Wald verfolgt?«

»Eigentlich verfolge ich ihn«, sagte Larima. »Ach, ich weiß nicht. Alles in dem Traum fühlt sich so komisch an. Ich fühle mich schwerfällig, als wäre ich plötzlich zwei Köpfe größer und hätte einen Sack mit Steinen auf dem Rücken.«

»Und wie sah der Mann aus?«, fragte Semi dazwischen. Er hatte es wohl leid, immer das Gleiche zu hören.

Larima dachte nach und versuchte sich an das Gesicht zwischen den Farnen zu erinnern. Im Mondlicht waren keine Farben zu erkennen gewesen. »Er wirkte jung. Nicht älter als zwanzig Jahre«, kramte sie ihre Erinnerung hervor. »Seine Haare waren hell und er trug sie kurz. Ich bin mir aber nicht sicher, denn er hatte eine Kapuze über den Kopf gezogen. Seine Gesichtszüge waren verzerrt. Er musste sich vor etwas schrecklich fürchten. Um die Stirn trug er ein breites Band mit einem Kristall in der Mitte.« Larima war diesem Mann noch nie zuvor begegnet. Wie konnte sie also von ihm träumen?

Micha

Über Micha

Der Mann hinter der Tastatur. Die Tastatur hinter einem Berg von Kaffeetassen.

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