Autor sucht Verlag 2 – Suche Job und Mann wäre auch prima

Stefanie Schröder

Bild: Stefanie Schröder

„Suche Job und Mann wäre auch prima“ (Stefanie Schröder)

… Wenn alles schief geht, versuch es mit Internetdating und verlasse dich bloß nicht aufs Arbeitsamt!

Liebe Verlage, wenn ihr Interesse an diesem Projekt habt, schreibt uns einfach. Wir leiten die Nachricht an den Autoren weiter: kontakt@tintenfeder-autorenportal.de

Welches Projekt möchtest du uns präsentieren? 

Meinen ersten Roman: „Suche Job und Mann wäre auch prima“

Er handelt von der 25jährigen Julia, die jung, quirlig und etwas chaotisch ist, aber dennoch mitten im Leben steht. Sie liebt ihren Freund und hasst ihren Chef. Als es dieser eines Tages mächtig übertreibt, schmeißt sie Knall auf Fall ihren Job als Rezeptionistin im besten Hotel der Stadt und wenn man nun meint, es könnte nicht mehr ärger kommen, tut es das doch: ihr Freund verlässt sie noch am gleichen Tag. Julia versteht die Welt nicht mehr. Freund weg, Job Weg und wegen der Weltwirtschaftskrise ist es gar nicht so einfach auf die Schnelle etwas Neues zu finden. Vor allem nicht, wenn einem Stalker und katastrophale Internetdates auf Trapp halten… „

Zu welchem Genre gehört es?

Belletristik, Chicklit, Humor

Welche Zielgruppe sprichst du damit an?

Frauen im Alter zwischen 14 und 49 und alle, die etwas für eine moderne Liebesgeschichte mit viel Humor übrig haben.

Welchen Umfang hat dein Werk? 

393 Normseiten, 108.457 Wörter

Mit welcher auf dem Buchmarkt befindlichen Geschichte lässt es sich vergleichen?

Ich habe lange Zeit darüber nachgedacht, aber mir kommt keine Geschichte in den Sinn. Es gibt sicherlich irgendwo ein Buch, das meiner Geschichte ähnelt, aber dies ist mir dann noch nicht zwischen die Finger gekommen. Allerdings muss man sagen, dass ich mit dem Grundgerüst meiner Geschichte, also Frau wird verlassen, hat Liebeskummer, überwindet diesen und findet eine neue Liebe, natürlich das Rad nicht neu erfunden habe, aber die Art und Weise wie meine Hauptfigur das erlebt und alles meistert, habe ich noch in keiner anderen Geschichte so oder so ähnlich gefunden.

Wie bist du auf die Idee gekommen?

Es war schon immer mein Traum einmal ein Buch zu schreiben. Schon als Jugendliche habe ich diverse „Buchversuche“ gestartet, bin aber nach wenigen Seiten immer wieder kläglich gescheitert. Vielleicht weil ich damals „noch nichts“ erlebt hatte und erst etwas mehr Lebenserfahrung benötigte. Irgendwann habe ich mich hingesetzt, begann zu schreiben und es war nicht nach ein paar Seiten Schluss. Es ging einfach weiter und weiter und es fühlte sich plötzlich einfach an. In meine Geschichte ist vieles eingeflossen, was ich erlebt habe oder was guten Freundinnen von mir widerfahren ist. Ich selbst habe meinen Ehemann übers Internet kennen gelernt und hatte einige nette, aber langweilige Dates und habe ziemlich merkwürdige Chaterfahrungen machen müssen. Da konnte ich in meiner Geschichte dann quasi aus den Vollen schöpfen.

Welcher Charakter liegt dir besonders am Herzen und warum?

Natürlich Julia, da ich mich in vielen Dingen, die Julia ausmachen, wiederfinde.

Und weil Julia keine typische Heldin ist, sondern ihre Ecken und Kanten hat. Zudem steht sie mitten im Leben und ist keines dieser naiven Dummchen, die derzeit häufig in Büchern zu finden sind. Wobei ich das nicht schlechtreden will. Ich habe selbst viele dieser Bücher gelesen und einige davon fand ich richtig gut.

Wo findet man dich im Internet?

Man findet mich bei neobooks

Weiterhin findet man mich auf deviantart. Dort habe ich einige meiner Fotografien veröffentlicht.

Und natürlich auf Facebook

Stelle dich selbst doch bitte kurz vor! Was machst du im „wahren“ Leben?

Ich bin Mama, Ehefrau und Verkaufs- und Marketingleiterin. Der Aktualität nach sogar genau in dieser Reihenfolge. Seit nun gut 13 Wochen bin ich Mama einer wundervollen, süßen Tochter. Bin seit etwas mehr als zwei Jahren verheiratet und habe vor Beginn der Elternzeit für mehrere Jahre als Verkaufs- und Marketingleiterin gearbeitet. Zuletzt in einem der größten Hotels ins Deutschland.

Bis auf weiteres liegt meine Hauptaufgabe natürlich zu Hause bei meiner Tochter und ich schmeiße den Haushalt. Außerdem versuche ich meinen Hobbys so gut wie möglich nachzugehen. Ich schreibe leidenschaftlich gern und hoffe, dass ich in den nächsten Monaten die Zeit finde, mein zweites Buch zu Ende zu schreiben. Zudem fotografiere ich als ambitionierte Amateurin, lese viel, verbringe gern Zeit mit meiner Familie und Freunden und überwinde mehrfach die Woche meinen inneren Schweinehund und gehe ins Fitnessstudio.

Wie wichtig ist dir Internetpräsenz?

In der heutigen Zeit ist es unerlässlich und ein wichtiges Instrument um über die verschiedenen Kanäle potentielle Leser auf sich aufmerksam zu machen und auf lange Sicht Fans an sich zu binden.

Auch im Hinblick auf die immer mehr aufkommenden Leser mit einem Ebook-Reader ist es absolut wichtig gut aufgestellt zu sein, denn der Leser kann sofort mit einem Klick darüber entscheiden, ob er das Buch sofort kaufen wird oder nicht.

Ich selbst sollte in den nächsten Wochen und Monaten auf jeden Fall ein bisschen an meiner Internetpräsenz feilen. Derzeit würde ich sie noch als ausbaufähig bezeichnen.

Was erhoffst du dir von dieser Aktion?

Das ein Verlag auf mein Buch aufmerksam wird und es tatsächlich verlegt wird. Da würde wirklich ein Traum wahr werden.

Und wenn das nicht gleich klappt, dann zumindest, dass ich weitere Leser auf mich aufmerksam mache.

Wenn du einen Wunsch frei hättest, was wäre es?

Das ich eines Tages als Autorin meine Brötchen verdienen kann – ist doch klar. 🙂

Was ist dein Lieblingscharakter und aus welchem Buch/ Film kommt er?

Das ist eine schwierige Frage. Ich habe keinen Lieblingscharakter, den ich schon seit langer Zeit habe und auf den ich nichts kommen lasse. Das wechselt ein bisschen nach Stimmung und je nach dem, was ich kürzlich gelesen und was mich beeindruckt hat.

Aktuell würde ich sagen, ist mein Lieblingscharakter Louisa Clark aus „Ein ganzes halbes Jahr“. Ein Buch, das ich im letzten Jahr gelesen habe und dessen Geschichte mich sehr berührt hat.

In welches Buch würdest du am liebsten reisen?

In „Feuer und Stein“ von Diana Gabaldon. Zum ersten Mal las ich das Buch mit 19 und habe es gerade, nach vielen Jahren, wieder gelesen. Interessanterweise finde ich einiges, was mich mit 19 absolut umgehauen hat, heute ziemlich schwülstig, aber die Geschichte hat noch immer alles: Liebe, Tragik, Humor, Verzweiflung, Spannung, Wut, Gewalt…

Allerdings wäre ich gerne mehr eine stumme Beobachterin. Ich wäre wenig scharf darauf, von den Rotröcken gefangen genommen oder gar als Hexe verbrannt zu werden…

Leseprobe: 

„Frau Steger“, brüllte es ins Back Office, „kommen Sie sofort zu mir. Was haben sie sich bloß dabei gedacht?“

Herr Scheffer war wütend. Das an sich war nichts Neues. Warum er allerdings wütend war, wusste ich nicht. Ich sah fragend meine Kollegin Nadine an. Diese zuckte aber auch nur mit den Schultern.

„Frau Steger, sind Sie taub? Sie sollen sofort und auf der Stelle zu mir kommen!“

Frau Steger bin dummerweise ich. Julia Steger, 25, Hotelfachfrau und Schichtleiterin am Empfang in einem schicken 5-Sterne-Hotel.

„Frau Steeeeegeeeeer, Sie kommen jetzt sofort oder ich mache Ihnen Beine!“

Mr. S’ (weil „S“ wie „ass“ klingt, dem englischen Wort für Arsch) Stimme überschlug sich fast. Ich wusste jetzt schon wie er aussehen würde, wenn ich gleich ins Büro hinter dem Empfang ging. Er würde hinter seinem Schreibtisch sitzen, die Lesebrille gefährlich auf der Nasenspitze wackelnd, kurz vorm Runterfallen. Den Krawattenknoten gelockert, die Gesichtsfarbe puterrot, so dass man fürchten musste, das jede Sekunde heißer Dampf aus Ohren- und Nasenlöchern schoss, und die kleinen Augen zu engen Schlitzen zusammen gekniffen und darunter eine knubbelige Schweinchennase, deren Nasenflügel bebten. Herr Scheffer ist mein Chef – ein kleiner Mann mit einem großen Geltungsbedürfnis.

Ich drehte mich um und ging langsam Richtung Büro, atmete noch einmal tief durch und trat mit festem Schritt durch die offen stehende Tür.

„Da sind Sie ja endlich. Was haben Sie sich dabei nur gedacht?“

Er sah mich vorwurfsvoll an und hatte den Oberkörper angriffslustig über seinen Schreibtisch gebeugt. Soweit ihm das jedenfalls bei seinem Mangel an Körpergröße gelang.

„Was habe ich mir wobei gedacht?“

„Jetzt stellen Sie sich mal nicht dümmer, als Sie sind.“

Tu ich nicht, ganz bestimmt nicht!

„Herr Scheffer, es tut mir sehr leid, aber ich weiß nicht, wovon Sie reden.“

„Herr Gott, das ist so typisch. Alle machen Sie hier Fehler, aber dazu stehen, wollen

sie nicht. Genau wie Frau Herder und Herr Güntling. Nichts, aber auch nichts, können Sie richtig machen!“

Seine Gesichtsfarbe hatte nun den für ihn typischen, dunkelroten Ton angenommen und seine Schlagader trat pochend an seinem Hals hervor.

„Kommen Sie her und sehen Sie sich das an“, zischte er und ich konnte die fleischigen Nasenflügel zittern sehen.

Ich trat näher an seinen Schreibtisch und blickte auf das Blatt Papier, auf das er wild fuchtelnd zeigte.

„Schauen Sie sich das gut an“, brüllte er und kleine Spucketröpfchen flogen aus seinem Mund und landeten direkt vor mir auf dem Blatt Papier – dem Corpus Delicti des Irgendwas.

Ich hatte keinen blassen Schimmer, was er von mir wollte. Aber das war nichts Ungewöhnliches. Es ist für ihn so etwas wie ein Hobby, seine Mitarbeiter zur Schnecke zu machen. Manchmal wusste man, nachdem man 15 Minuten ein Donnerwetter über sich hatte ergehen lassen, immer noch nicht, was man angeblich verbrochen haben sollte.

Ich beugte mich etwas weiter nach vorn, die Spucketröpfchen angewidert im Blick, um lesen zu können, was auf dem Blatt stand. Es sah fast wie eine Buchungsbestätigung aus. Herausfinden sollte ich es aber nicht, denn Herr Scheffer riss das Blatt Papier plötzlich vom Tisch und wedelte damit hektisch vor meiner Nase herum.

„Diesmal haben Sie sich etwas geleistet. Unglaublich! Mir fehlen die Worte. Ich kann nicht verstehen, wie es die Personalabteilung geschafft hat, eine so blöde Kuh wie sie einzustellen.“

Diesmal lief er zu einer neuen Höchstform auf und in mir kroch langsam die Wut hoch. Normalerweise ließ ich seine Ausbrüche einfach über mich ergehen. Aber bis dato hatte er mich auch noch nie als blöde Kuh bezeichnet.

„Wie ich das wieder gerade biegen soll. Das müssen Sie mir mal sagen. Wie man so hirnlos und bescheuert sein kann. Für mehr als Tellerschrubben sind Sie doch nicht zu gebrauchen!!“

Die Lesebrille drohte ihm von der Nase zu rutschen und ich wich seinen Spucketröpfchen, die wie kleine, nass-eklige Minigeschosse durch den Raum flogen, aus. Beim Wegdrehen konnte ich im Augenwinkel Nadine im Türrahmen und einen entsetzt dreinblickenden Gast am Empfangstresen erblicken. Blöde Kuh, hirnlos und bescheuert? Der hatte doch nicht mehr alle Tassen im Schrank! Ich hatte mir schon viel von diesem kleinen Knilch anhören müssen und es war immer ungerecht und gemein gewesen, aber da habe ich drüber gestanden. Denn ich mochte meine Kollegen. Wir waren durch unsere Abneigung gegenüber Mr. S zu einem sehr guten Team zusammen geschmolzen und ich mochte das Hotel. Aber was zu viel ist, ist zu viel! Ich stemmte die Hände in die Hüften und baute mich vor ihm auf.

„Jetzt halten Sie aber mal die Luft an“, entgegnete ich mit überraschend fester Stimme. „Wenn ich einen Fehler gemacht habe, ist das eine Sache und man kann vernünftig mit mir darüber reden. Mir aber grundlos Beleidigungen an den Kopf zu werfen, ist etwas, dass ich nicht länger-„

Herr Scheffer schnitt mir das Wort ab.

„Mit Ihnen vernünftig reden, dass ich nicht lache. Man kann mit niemanden von Ihnen vernünftig reden. Sie taugen doch alle zu nichts.“

Er war aufgestanden und versuchte sich vor mir aufzubauen. Etwas schwerlich für jemanden, der mir nur bis knapp unter die Nasenspitze reichte. Jetzt war auch ich kurz davor wie ein Dampfkesselchen aus den Ohren zu pusten.

„Jetzt machen Sie aber mal `nen Punkt“, sagte ich etwas lauter und sehr bestimmt. „Wenn hier jemand zu nichts taugt, dann sind Sie das. Sie taugen weder dazu Ihre Mitarbeiter ordentlich zu führen, noch sind Sie so charakterstark selbst zu Ihren Fehlern zu stehen und schieben Sie anderen in die Schuhe. Noch dazu sind sie kleinlich, fies und gemein. Indem Sie andere fertig machen, wollen Sie eine Macht demonstrieren, die Sie nicht haben, um sich in ihrem kleinen, traurigen Leben besser zu fühlen. Als ein so kleiner Wicht, wie sie es sind, hat man es aber auch nicht einfach, was? Das ist traurig, sehr traurig. Und wissen Sie was? Sie können mich mal!“

Ich war so richtig in Fahrt geraten und jubelte mir innerlich zu. Ich hatte schon mein krachendes Finale im Kopf, dass ich ihm gleich um die Ohren hauen würde.

„Ich habe mich lange genug von Ihnen für nichts und wieder nichts anblaffen lassen. In Zukunft stehe ich Ihnen für Ihre Attacken nicht mehr zur Verfügung. Ich kündige hiermit mündlich. Meine schriftliche Kündigung werde ich morgen im Personalbüro abgeben. Und da ich noch 10 Tage alten Urlaub habe sowie 6 Guttage werden Sie mich hier auch nicht mehr sehen.“

Ich stand völlig unter Strom, konnte das Adrenalin förmlich durch meinen Körper schießen spüren. Ich drehte mich um und griff im Hinausgehen nach meiner Jacke, schnappte meine Handtasche und lief aus dem Büro, am Empfang vorbei direkt in die Lobby. Hier blieb ich stehen und atmete tief durch. Ich blickte hinüber zu Nadine, die mich noch für einen Moment entgeistert ansah. Dann huschte ein Grinsen über ihr Gesicht, sie zeigte mir ihre beiden Daumen, natürlich nach oben gerichtet, und formte mit ihren Lippen ein „Yeah“. Sie drehte sich um und lief in Richtung Büro, wobei sie im Türrahmen beinahe mit Mr. S zusammenprallte, der gerade dabei war hinauszustürmen. Sie sah ihn fest an und sagte:

„Herr Scheffer, zu Frau Stegers Worten sage ich ihnen nur eines: Dito.“

Sie ging ins Büro, holte ihre Jacke und Tasche und strahlte bis über beide Ohren, als sie mir entgegenlief. Der zuerst entsetzt zuschauende Gast erwachte nun auch wieder zum Leben und applaudierte kräftig.

„Bravo! Sie zwei haben Mut! Super! Für so einen Arsch wollte ich auch nicht arbeiten!“

Nadine hakte sich bei mir ein und wir liefen durch den Haupteingang nach draußen auf die Straße. Das Letzte das ich sah, als ich mich noch einmal umdrehte, war ein völlig verwirrt dreinblickender Herr Scheffer, der die Welt nicht mehr verstand.

Wollt ihr noch mehr, dann einfach weiterlesen 😉

Kurz drauf landeten wir in einer neuen Szenebar und hatten einen fantastischen Nachmittag. Die Bar hatte gerade geöffnet, als wir sie stürmten, und sofort zwei Prosecco auf Eis bestellten. Wir stießen miteinander an und feierten uns ordentlich. Rezitierten Mr. S’s beeindruckenste Schimpfkanonaden und tranken zwei weitere Prosecco. Leicht angetüttelt trat ich etwas später den Heimweg mit der U-Bahn an. In der Bahn versuchte ich ein paar Mal meinen Freund Karsten telefonisch zu erreichen. Aber er war nicht zu Hause und an sein Handy ging er auch nicht. Ich wollte ihm doch von meiner Heldentat berichten. Er hatte mir so oft gesagt, dass ich kündigen und mir was anderes suchen solle, weil mein Chef so ein Arschloch war. Aber das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Gute Jobs in einem vergleichbar attraktiven Hotel gab es nicht wie Sand am Meer.

Die Fahrt in der U-Bahn kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit, dabei waren es nur ein paar Stationen. Von der Station, an der ich aussteigen musste, hatte ich auch nur einen kurzen Weg nach Hause. Es brannte Licht in meiner Wohnung? Was sollte das denn? Hatte ich etwa vergessen das Licht am Morgen auszumachen? Nee, ich machte doch immer das Licht aus… Oder?!? Bevor ich groß weitergrübeln musste, sah ich ein Stückchen weiter Karstens Auto stehen. Mein Herz machte einen kleinen Hüpfer. Hatte er mich etwa überraschen wollen? Dann musste er sich sicherlich schon seit zwei Stunden fragen, wo ich blieb. Selbst Schuld! Er hätte mich ja anrufen können. Ich schloss die Haustür auf und stürmte die Treppenstufen nach oben, was gar nicht so einfach war, mit den drei Prosecco, die in meinem Kopf rumschwirrten. Beinahe wäre ich über meine eigenen Füße gestolpert und hätte das Schlüsselloch meiner Wohnungstür fast nicht gefunden. Überstürmisch schoss ich in die Wohnung, schmiss die Tür hinter mir ins Schloss und düste ins Wohnzimmer.

„Wie cool, dass du da bist! Ich muss dir unbedingt erzählen, was ich heute gemacht habe. Ich habe Mr. S die Stirn geboten und-„

Ich brach mitten im Satz ab. Irgendwas stimmte nicht. Ich konnte es ganz plötzlich spüren. Karsten saß reglos auf der Couch und sah mich so komisch an.

„Schatz, wir müssen reden“, kam es aus seinem Mund und ich fühlte wie all meine Euphorie und meine an diesem Tag unglaublich große Selbstsicherheit in der Sekunde eines Augenblicks aus meinem Körper wich. Wir müssen reden… Es weiß doch jeder, dass diese drei Worte, die Worte sind, die immer am Anfang eines jeden Beziehungsendes stehen. Aber er wird doch nicht… Er kann doch nicht…

„Wieso? Warum müssen wir reden?“

„Das würde ich dir gerne in Ruhe sagen. Kannst du dich zu mir setzen?“

Langsam zog ich meine Jacke aus und warf sie achtlos über einen Stuhl am Esstisch. Ich setzte mich zu Karsten auf die Couch. Er drehte sich zu mir und blickte traurig drein.

„Julia, ich habe den ganzen Tag überlegt, wie ich es dir am besten sage. Schlussendlich bin ich vorhin zu dir gefahren und als du nicht da warst, habe ich beschlossen hier auf dich zu warten. Ich hoffe, das ist okay so.“

Okay oder nicht okay ist ja wohl egal. Schließlich bist du da und hast mir die Entscheidung abgenommen. Jetzt spuck schon aus, was du willst!

Er griff nach meiner Hand. Hat der noch Nerven? Er hat die drei berühmten Worte gesagt. Und zwar die, die mit „w“ beginnen und nicht die, die mit „i“ beginnen. Und dann will er meine Hand halten? Ich wollte sie eigentlich wegziehen, aber vielleicht wollte er doch nur Beistand, weil seine Oma ins Krankenhaus eingeliefert wurde? Die Hoffnung soll man bekanntlich ja zuletzt über Bord werfen.

Caro

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Zu Leben ist die wichtigste Quelle der Inspiration.

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